Hoffnung und Gebet in Trübsal

Liebe Freunde und Geschwister, mein Gebet für Sie ist, dass es Ihnen gut geht und Sie zuversichtlich sein können, trotz dieser turbulenten Zeit in der wir momentan leben. Auch wenn wir uns nicht im Gemeindehaus versammeln können, sind wir im Herrn verbunden und wollen ihn auch in diesen Tagen gemeinsam anbeten, im Geist und in der Wahrheit (nach Johannes 4,23). Was uns Christen heutzutage und eigentlich auch zu jeder Zeit auszeichnen sollte, ist unsere Hoffnung. Der Apostel Paulus erinnert uns Gläubige in Römer 12,12:

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.

Seid fröhlich in Hoffnung! Wir dürfen uns freuen, auch in diesen schwierigen Zeiten, weil wir eine Hoffnung haben. Diese Hoffnung wird uns allen in Christus angeboten und sie kann uns tragen, durch jede Herausforderung und Schwierigkeit hindurch. Weil Jesus Christus lebt und den Tod mit seinem Opfer am Kreuz und seiner Auferstehung für immer besiegt hat, gibt es diese Hoffnung. Die Hoffnung auf ein ewiges Leben in Gemeinschaft mit Gott. Es lohnt sich eifrig an der Hoffnung festzuhalten, weil wir dann ein großartiges Erbe empfangen werden: die ewige Ruhe beim Herrn. So wird es uns gesagt in Hebräer 6,11-12:

Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern die nachahmt, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.

Seid geduldig in Trübsal! So lautet die Forderung des Apostels weiter und das bedeutet, auch in den schwierigen Zeiten. In Bedrängnis sollen wir standhaft bleiben. Der Großteil der Gläubigen aus der Zeit des Neuen Testamentes wurde drangsaliert und verfolgt. Viele mussten Leid erleben und so ermutigte Paulus sie, geduldig zu sein, denn im Vergleich mit der Ewigkeit ist das Leben hier ja nur ein kleiner Augenblick. Die Trübsal ist vergänglich und deshalb braucht es Geduld.

Auch diese Corona-Krise wird vorübergehen. Wir brauchen nur die richtige Perspektive. Ich möchte Sie heute daran erinnern: Gottes Geist ist mit Ihnen und möchte Sie stärken. Jesus kann in jeder Situation garantiert mitfühlen mit Ihnen und er selbst betet auch für Sie vor dem Vater im Himmel!

Seid beharrlich im Gebet! Die dritte Forderung dieses Verses ermahnt uns, ausdauernd und anhaltend zu sein. Es ist nicht Gott in erster Linie, der unser Gebet braucht. Wir müssen ihn nicht beeindrucken oder uns etwas verdienen. Wir selbst brauchen das Gebet, wir brauchen diese Beziehung zu unserem Herrn und auch unsere Glaubensgeschwister brauchen das Gebet. Durch das Gebet können wir einander tragen und vor den Herrn bringen.

Vielleicht denken Sie, dass Ihr Gebetsleben nicht so stark ist, oder dass Sie nicht so gut und wortgewandt beten können, wie manch anderer, aber darauf kommt es nicht an. Vielmehr kommt es auf die Herzenseinstellung an, auf die Bereitschaft und den Glauben. Ihr Gebet hat Macht – Gott hört Sie. Nicht unser Glaube ist so toll oder unsere Gebete so großartig, sondern unser Gott! Er ist der allmächtige Herrscher und gleichzeitig der liebevolle Vater, der uns hört und der heute noch Wunder tut.

Lasst uns füreinander beten, für Gesundheit, für Zuversicht, aber auch für die, welche diese Hoffnung noch nicht haben, dass sie in dieser Krisenzeit unseren Herrn kennenlernen mögen. Auch unsere Obrigkeit und alle die im Gesundheits- und Pflegedienst arbeiten, lasst uns dem Herrn anbefehlen.

Mit einem ermutigenden Lied möchte ich schließen und Ihren Blick auf unseren Herrn richten, von dem alles kommt und der unsere lebendige Hoffnung ist:

Strophe 1: Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh.
Führer, dem ich traue, Stab, an dem ich geh.
Brot, von dem ich lebe, Quell, an dem ich ruh.
Ziel, das ich erstrebe: Alles, Herr bist Du!

Strophe 2: Ohne Dich, wo käme Kraft und Mut mir her?
Ohne Dich, wer nähme meine Bürde, wer?
Ohne Dich zerstieben würde mir im Nu,
Glauben, Hoffen, Lieben: alles, Herr, bist Du!

Strophe 3: Drum so will ich wallen meinen Pfad dahin,
bis die Glocken schallen und daheim ich bin.
Dann mit neuem Singen jauchz ich froh Dir zu:
Nichts hab ich zu bringen: alles, Herr, bist Du!

Adolf Krummacher (1824 – 1884)